Social media seriously harms your mental health

Spätestens 20 Sekunden nach dem Aufwachen fällt unser Blick auf einen Display. Was ist das erste, dass du morgens nach dem Aufwachen tust? Keine Angst: Dies ist keine der üblichen Hass-Predigen über das böse Internet, das uns alle verderben wird. Jedoch; wir verbringen zu viel Zeit an unseren Handys. Jedenfalls sagt das jeder. Und andererseits freuen sich trotzdem alle über 100 Likes. Ein ambivalenter Teufelskreis.
Dean Zane sieht diese Diskrepanz als Grundelement für den Flair unseres Designs. Als junges Modelabel sehen wir uns dazu verpflichtet, zur kulturellen Relevanz beizutragen. Und genauso wenig wie die Mode, kommt die Musik an diesem Thema nicht vorbei.
Dance-Legende Robyn brachte im Oktober nach acht Jahren ihr lang ersehntes Album „Honey“ auf den Markt. Auf der sehr intimen Platte ist der Song „Human Being“ zu finden, in welchem sie ihre liebliche Sterblichkeit offenbart, und der perfekt als Soundtrack zu unserem Runway fungiert. Aber sie ist nicht die einzige, die den rudimentären Schritt weg von digitaler Farce und hin zu den Wurzeln unserer Menschlichkeit wagt.
Selbsternannter Style-Gott Kanye West selbst hat mich davon überzeugt, dem ewig wieder-aufkommendem Thema der Menschlichkeit im Medienwirrwarr ein Ohr zu leihen. Am 20. September dieses Jahres postete er auf Twitter: „we should be able to participate in social media without having to show how many followers or likes we have. Just like how we can turn off the comments we should be able to turn off the display of followers. This has an intense negative impact on our self worth.“
Was wir aus erster Hand in unserer Gesellschaft beobachten ist die ständig wachsende Tendenz einer großen Anzahl von Usern, die eher etwas posten, was danach ausgeschnitten ist, Likes zu bekommen, als etwas zu posten, was vielleicht ihrer individuellen Persönlichkeit entspricht. Es gibt zu viele Posts und Hashtags, die einem bestimmten Muster entsprechen und zu wenig Nutzer, die nicht der Norm entsprechen. Viele verlieren die Perspektive und verwechseln Selflove mit Selbstverliebtheit.
Ist es unangebracht, an dieser Stelle eine Unterscheidung zwischen Social Media und der „realen Welt“ zu machen? Gehört Instagram nicht zu unserem echten Leben? Existiert es in Wirklichkeit denn nicht? Die Balance zwischen einem Tiefnetztaucher und dem Rücksprung in die analoge Welt gehört bestimmt zu einer gesunden Nutzung dazu. Inwiefern wir als User ins digitale Nirwana abdriften ist uns selbst überlassen. 
Es gibt allerdings eine Fraktion von Kritikern, die der Meinung sind, dass das Nutzen von Social Media die Nutzer zu oberflächlich macht und die Menschheit somit nicht nur verdummen lässt, sondern auch von unechten, geistlosen Likes und Kommentaren abhängig macht. Der Wachstum der Netzwerke führt zu einer Art Gruppenzwang und vor allem junge, sensible Nutzer neigen dazu, von der Anerkennung, die ihnen ein Like gibt, abhängig zu werden.
Auch wir appellieren an dieser Stelle zu mehr Tiefgang und Realness. Positive Content please und #nohate! Es gibt keinen Grund sich diese Sache zu Kopf steigen zu lassen. Die prägnante Aufzählung der Follower und die Anzahl an Likes unter einem Bild machen es sehr einfach daraus einen Wettbewerb zu machen. Man kann es zwar ignorieren und nur auf den Feed schauen. Aber warum dem Ganzen von vornherein so viel Aufmerksamkeit schenken? Kanye richtete sich gezielt an die CEOs und Public Relation der einzelnen Social Media Kanäle und scheint tatsächlich etwas bewirkt zu haben. Instagram hat das Interface bereits geändert. Die Follower Anzahl ist nach unten gerutscht. An erster Stelle steht jetzt der Name des Users und die Bio. Das verschärft den Fokus auf den Inhalt des Feeds und die Person, die hinter dem Account steckt. Viel weniger auf die Follower. Vielleicht ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Instagram bleibt eine Plattform zur Selbstinszenierung, woran nichts verwerflich ist, aber achtet gleichzeitig darauf, dass die Nutzung nicht zu wettkampftauglich wird.